Direkt zum Seiteninhalt springen

Presseinformation

Falls Sie Fotos in höherer Auflösung für den Druck benötigen, wenden Sie sich bitte unter Angabe der Nummer an Michaela Köpl!


Fotos © Peter Wurst, © Michaela Köpl, © Maria Gottenhuber, © Birgit Riese

Linz blüht auf – ganz ohne Gießen

Wie Blühende Beete auch in Trockenzeiten bestehen

Trockenperioden werden länger, Hitzetage häufiger – und der Wasserbedarf in Städten steigt. Das Projekt „Linz blüht auf – ganz ohne Gießen“ zeigt mit einer Methode, die DI Dr. Michaela Köpl aus Schweden nach Linz gebracht hat, dass es auch anders geht: mit robusten, mehrjährigen Pflanzungen, die nach der Anwuchsphase ohne zusätzliche Bewässerung auskommen.

Modellflächen in Linz-Urfahr

In der Wildbergstraße vor der Friedenskirche sowie am gegenüberliegenden Sparkassenplatz in Linz-Urfahr wurden in fünf Workshops von März bis Mai 2026 klassische Wechselbeete umgewandelt. Statt einjähriger Pflanzen, die regelmäßig gegossen und ersetzt werden müssen, wachsen hier nun mehrjährige Stauden, die nach der Anwuchsphase ganz ohne Gießen auskommen.

Die Besonderheit: wurzelnackte Pflanzung

Die neu bepflanzten Beete sind durch eine wirkungsvolle Methode vor Trockenstress geschützt: Pflanzen werden ohne Erdballen gesetzt. Die „nackten“ Wurzeln wachsen schnell in tiefere Bodenschichten und erschließen dort vorhandene Feuchtigkeit. Gleichzeitig wird so die Zusammenarbeit mit natürlich im Boden vorkommenden Mykorrhiza-Pilzen gefördert – ein großer Vorteil, der die Wasserversorgung zusätzlich verbessert.

In Kombination mit einer passenden Pflanzenauswahl und einer schützenden Mulchschicht entstehen so widerstandsfähige, trockenheitsverträgliche Blumenbeete.

Lernen durch Mitmachen

Das Wissen wurde in den von DI Dr. Michaela Köpl geleiteten Workshops direkt an interessierte Bürger:innen, an Stadtgärtner:innen und Gärtnerlehrlinge des Magistrat Linz weitergegeben. Rund 100 Teilnehmer:innen haben dabei gelernt, wie sich trockenheitsverträgliche Blumenbeete anlegen lassen.

Mehr als nur schön

Die neuen Blumenbeete sparen Wasser, Zeit und Kosten. Zusätzlich schaffen sie wertvolle Lebensräume. Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge finden hier Nahrung, viele Arten können überwintern. Es entstehen vielfältige, lebendige Stadträume.

Was hier wächst

Zum Einsatz kommen sorgfältig ausgewählte, trockenheitsverträgliche und mehrjährige Arten wie Kuhschelle, verschiedene Nelkenarten, österreichischer Ehrenpreis, Ziersalbei, Färberkamille, Sonnenhut oder Schafgarbe. Sie sorgen über das ganze Jahr für Struktur und Blüte.

Eine Methode für alle

Spezifisches Fachwissen, das bisher vor allem Gartenexpert:innen vorbehalten war, ist durch die Workshops vielen Menschen zugänglich geworden. Die einfach zu erlernende Technik lässt sich vielseitig anwenden – im eigenen Garten, bei Wohnanlagen, auf Friedhöfen oder im öffentlichen Raum.

„Wenn wir die intelligenten Wurzelsysteme im Boden viel mehr als bisher nutzen, können wir langfristig Wasser sparen und auf teure Bewässerungen verzichten“, so Projektleiterin und Landschaftsplanerin DI Dr. Michaela Köpl.

Ausblick

Die Modellflächen in Linz-Urfahr bleiben lebendige Lernorte. Führungen im Sommer und Herbst 2026 laden dazu ein, die Entwicklung vor Ort zu beobachten und neue Ideen für die eigene Praxis mitzunehmen.

Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen

Das Projekt leistet einen konkreten Beitrag zu mehreren der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen:

SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen
Klimaresiliente Begrünung schafft ein gesünderes Lebensumfeld.
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
Die Modellflächen fördern eine klimaangepasste Stadtentwicklung und werten den öffentlichen Raum sichtbar auf.
SDG 12 – Nachhaltiger Konsum und Produktion
Langlebige, mehrjährige Pflanzungen reduzieren Ressourcenverbrauch sowie Pflege- und Materialaufwand.
SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz
Das Projekt zeigt konkrete Wege zur Klimaanpassung und motiviert zum eigenen Handeln.
SDG 15 – Leben an Land
Artenreiche Blühflächen stärken die Biodiversität und schaffen neue Lebensräume für Bestäuber und Nützlinge.

Das Projekt Linz blüht auf – ganz ohne Gießen zeigt: Zukunftsfähiges Stadtgrün kann gleichzeitig schön, ökologisch wertvoll und ressourcenschonend sein.